Granit


Granite sind die häufigsten und bekanntesten
Tiefengesteine mit den Hauptgemengteilen Feldspat, Quarz und Glimmer. Sie treten
als fein- bis grobkörnige, massige Gesteine in den unterschiedlichsten Farben
und Strukturen auf.

GranitDie optischen Eigenschaften werden in erster Linie von den Feldspäten
bestimmt. Ein Überblick über die mengenmäßige Verteilung und eine
Charakterisierung der Mineralkomponenten kann helfen, die verschiedenen Granite
zu erkennen. Varietäten Granite mit einem Gemenganteil von 40 bis 60%
Orthoklas-Feldspat oder Kalifeldspat sind grobspatig und bilden im Bruch glatte
Kristallflächen. Sie sind meist kräftig rot bis rötlich oder rosa, selten bläulich,
grünlich oder grau. Granite mit einem Gemenganteil von 0 bis 30%
Plagioklas-Feldspat, ebenfalls flächig spaltend, sind meist weiß bis weißgrau
und nur sehr selten farbig. Granite mit einem Gemeneanteil von 20 bis 40% Quarz
sind oft fettglänzend, meist farblos transparent, seltener grau, blaugrau oder
rosa und unregelmäßiger im Bruch. Granite mit einem Gemenganteil von 0 bis 15%
Biotit, der in Form von schwarzen bis schwarzbraunen Schuppen eingestreut ist,
verleiht vielen hellen Graniten einen dunklen Kontrast. Sehr untergeordnet können
sich noch Hornblende und Pyroxonminerale in den Graniten hinzugesellen. Man
unterscheidet monoklase Granite mit einem Felbspat-Typ, biklase Granite mit zwei
Feldspat-Typen sowie Einglimmer- und Zweiglimmergranite. An allen Graniten – mit
Ausnahme der kleinstkörnigen Varianten – lassen sich die Hauptminerale Quarz,
Feldspat und Glimmer mit dem bloßen Auge identifizieren. Die Feldspäte sind im
unverwitterten Gestein mehr oder weniger stark farbig; oft sind die Kalifeldspäte
durch Eisenoxid-Pigmentierungen zart bis kräftig rosa, die Plagioklase
erscheinen weißlich-trüb bis blaß-grünlich. Intensive Weißtöne kommen
durch Gas- und Flüssigkeitseinschlüsse im Kristallgitter zustande. Auch der
Quarz erscheint nicht immer farblos-klar, sondern in verschiedener Weise getrübt,
rötlich pigmentiert oder dunkel als sog. Rauchquarz. Vorkommen Die größten
Granitprovinzen der Erde liegen in Kanada, den USA, Südamerika und Indien. Dort
nehmen die Granite Flächen in den Größenordnungen von 10000 bis über 50000
Quadratkilometern ein. In Europa erreichen die Granit-Vorkommen von
Skandinavien, Spanien, Frankreich, Sardinien, im Bayrischen Wald und in Böhmen
Flächen bis zu 1000 Quadratkilometern. Gewinnung Die Geländebeschaffenheit und
die Art und Lagerung der Gesteine bestimmen die Abbaumethode. Je wertvoller das
Gestein, desto sorgfältiger der Abbau.

Ursprünglich horizontal gelagerte Schichten wurden durch
Hebung und Senkung der Erdkruste zerbrochen und gegeneinander verschoben.
Dadurch wird der Abbau des Gesteins schwieriger und kostenträchtiger. Bei der
Gewinnung macht man sich natürliche Klüfte zunutze. Zunächst werden Großblöcke
mittels des »Brennstrahlverfahrens« herausgearbeitet.

GranitDieses vor einigen Jahren in Amerika entwickelte Verfahren ist
wegen des geringen Materialverlustes sehr wirtschaftlich. Hierbei wird eine
Raketenflamme mit Ultraschallgeschwindigkeit und einer Temperatur von 1200° C
auf das Hartgestein gerichtet. Durch die thermische Ausdehnung an der Oberfläche
platzt jeweils eine dünne Gesteinsschicht ab. Die Flammgase entfernen das lose
Material, wodurch sich dem Brennstrahl eine stets frische Oberfläche bietet.
Direkt am dabei entstandenen Schlitz sind die Gesteinsoberflächen durch den
Temperatureinfluß bis in eine Tiefe von ca. 10 cm verfärbt. Das daran
angrenzende Material ist für die Weiterverarbeitung zu hochwertigem Werkstein
geeignet. Anschließend erhalten die Großblöcke durch Schieß- oder
Keilspaltung die gewünschte Größe. Bei der Schießspaltung werden mehrere
Bohrlöcher in der vorgesehenen Sprengrichtung angebracht, die dann mit
Sprengpulver besetzt und gut verdämmt werden. Bei der Zündung des Pulvers
verteilt sich der Expiosionsdruck gleichmäßig auf die dabei entstehende
Bruchfläche im Steinblock. Hierbei findet keine gesteinszerstörende, sondern
eine schiebende Wirkung statt.

Bei der »Keilspaltung« werden Federkeile aus gehärtetem Stahl mit dem Hammer
in linear angeordnete Bohrlöcher getrieben, wodurch sich der Großblock
spaltet. Die Größe der Blöcke hängt von den geologischen Gegebenheiten und
von der Art und Größe der späteren Werkstücke ab. Durch die Entwicklung
immer besserer Diamantseile geht man in zunehmend mehr Granitbrüchen dazu über,
Blöcke mit Seilsägen abzubauen. Die aufwendige, lohnintensive Bearbeitung zu
einer gattergerechten Quaderform kann so entfallen und es entsteht deutlich
weniger Abraum.


 

hier einige Beispiele aus unseren Granitmontagen



Nischenrückwand
mit bossierter Kante
Ansatztisch
an der Wand montiert

Unterbaubecken
von Villeroy & Boch
Barplatte
aus Granit

Flächenbündiges
Kochfeld
Umarbeiten
eines Arbeitsplatten Wandanschlusses um vorhandene Steckdosen


Nacharbeiten
eines zu kleinen Spülenausschnittes

Nachschleifen
(polieren) eines Seitenstollens
Anschleifen
einer Sichtbaren Seitenkante

Wegstemmen
von Mauerwerk, damit eine Arbeitsplatte übertief in das Fenster eingearbeitet
werden kann.

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